Willkommen beim NABU Bad Marienberg

Für Mensch und Natur


Artenreiche Wiesen im Westerwald

 

Vortrag von Diplom-Geograph Markus Kunz           

 

Die Veranstalter NABU Rennerod und Bad Marienberg freuen sich über das rege Interesse an dem Thema. Mehr als 100 Landwirte und Naturfreunde waren am 9. März abends in das Dorfgemeinschaftshaus von Nisterau gekommen.

Markus Kunz, Vertragsnaturschutzberater seit 1990, Biotopbetreuer seit 2001 und Mitglied in der GNOR (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz) zeigte in historischen Bildern das vielfältige landwirtschaftliche Mosaik, welches noch bis in die 1970er Jahre die Westerwälder Landschaft prägte. Einer reichen Flora und Fauna stand die mühsame Erwerbstätigkeit der Menschen auf kleinen Parzellen gegenüber. Selbst feuchte bis nasse Standorte wurden noch zur Heumahd genutzt. Mit Traktoren und moderner Landtechnik änderte sich das Bild. Größere Flächen werden von immer weniger Landwirten bewirtschaftet. Feuchte Teilstücke fallen brach oder werden aufgeforstet.

Was von Naturfreunden als schöner Erholungsraum gesehen wird, ist für Landwirte die Erwerbs-grundlage. Düngung führte zu Ertragssteigerungen, erhöht jedoch den Konkurrenzdruck in den Pflanzengesellschaften und verringert die Artenvielfalt. Ehemals typische Vogelarten wie das in den Wiesen brütende Braunkehlchen erleiden zur Zeit dramatische Verluste. Selbst im Natur-schutzgebiet Breitenbachtalsperre, wo sie noch am häufigsten vorkommen, ist ihr Bestand in den letzten 10 Jahren um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das Braunkehlchen steht hier stellvertretend für viele verschiedene Wiesenbrutvögel wie Wiesenpieper, Feldlerche, Rebhuhn, Kiebitz oder Bekassine. Sie alle weisen in Deutschland einen Besorgnis erregenden Rückgang auf. Dieser lässt sich maßgeblich auf den Verlust an Lebensraum und den massiven Rückgang an Insekten als Nahrungsquelle zurückführen.

Markus Kunz zeigt am Beispiel des Renneroder Landwirts Karl-Martin Gros, dass Vertragsnatur-schutz auch in Haupterwerbsbetrieben erfolgreich dazu beitragen kann, bunte und artenreiche Wiesen zu erhalten. Er erklärt Fördermodelle für eine extensive Bewirtschaftung. Bei geringer bis keiner Düngung, späterer Mahd, wechselnden Brachen und Erhalt von Strukturelementen wie Kraut- und Strauchsäumen werden geringere Einkommen durch Flächenprämien ausgeglichen. Die Landwirte im Westerwaldkreis sind in der Anwendung des Vertragsnaturschutzes landesweit führend.  Markus Kunz sieht hier eine positive Entwicklung.

Nach dem Vortrag kam eine lebhafte Diskussion auf. Probleme mit dem Überhandnehmen von Rabenvögeln und giftigen Futterpflanzen wurden angesprochen. Bärbel Kiehne (NABU Bad Marienberg, Lehrerin Gymnasium Westerburg) berichtet, wie sie draußen mit ihren Schülern im Biologieunterricht den dramatischen Rückgang von Insekten erlebt.  Markus Mille, Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Westerwald bedankte sich für die Einladung: gut, dass hier Naturschützer und Landwirte zusammenkommen, dass wir nicht nur übereinander sondern auch miteinander reden. Neben extensiver muss auch intensive Landwirtschaft möglich sein, um unsere Versorgung zu sichern. Denn Lebensmittelimporte sind Exporte im Naturverbrauch. Matthias Müller (Hubertushof - Irmtraut, Interessengemeinschaft Landwirte VG Rennerod) meinte, Fördermodelle sollen sich nicht allein auf Flächen beziehen, sondern müssen auch Randstreifen angemessen unterstützen. Frank Ebendorff (NABU Rennerod) zeigte sich besorgt über den starken Rückgang der Braunkehlchen. Dies jedoch allein den Landwirten anzulasten, wäre nicht richtig. Die Ursachen sind vielfältig. Auch unsere sich ausdehnenden Siedlungen werden immer naturferner. Jeder kann mithelfen und mit naturnaher Gestaltung von Garten und Freiflächen die Insektenwelt fördern, ohne die es keine Aufzucht der Vogeljungen gibt.

Alle Interessenten am Vertragsnaturschutz, besonders unter den Landwirten, können sich gerne an Markus Kunz wenden, um genauere Informationen zu erhalten. Kontaktdaten können über die NABU-Gruppen Rennerod und Bad Marienberg erfragt werden.

Fotos NABU / F. Ebendorff

Jahreshauptversammlung am 15. März 2018

Bei der Jahreshauptversammlung des NABU Bad Marienberg präsentieren Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Suche nach Schwalben in ihren Heimatgemeinden.

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des NABU Bad Marienberg und Umgebung findet am Donnerstag, den 15. März 2018 um 19:00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus (kleiner Saal) in Nisterau statt.

 

Für die Tagesordnung sind folgende Punkte vorgesehen:

 

1.      Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden

2.      Vorstellung unserer Tätigkeiten

3.      Kassenbericht

4.      Bericht der Kassenprüfer

5.      Entlastung des Vorstandes

6.      Der Star - Vogel des Jahres 2018

7.      Ausblick 2018

        

8.      Präsentation: Schwalbenerfassung 2017 im Hohen Westerwald. Schülerinnen und

         Schüler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Westerburg stellen ihre Ergebnisse

         vor. Anschließend Diskussion mit dem Biologen Philipp Schiefenhövel von der

         Masgeik-Stiftung Molsberg und den betreuenden Lehrern.

 

 

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme an unserer Jahreshauptversammlung und freuen uns auf einen geselligen Abend. 


Der Star - Vogel des Jahres 2018

Foto: NABU / Valentin Heimer
Foto: NABU / Valentin Heimer

Der Star (Sturnus vulgaris) ist eng mit unserem Leben verbunden – sowohl in der Vergangenheit als auch heute noch. Schon sein wissenschaftlicher Namensteil vulgaris verrät, dass er ein weit verbreiteter, als gewöhnlich eingestufter und alles andere als seltener Vogel ist. Tatsächlich ist der dunkel gefiederte, mittelgroße Star erst bei genauerem Hinsehen eine wahre Attraktion. Zur Brutzeit schillert sein Federkleid in verschiedenen Nuancen. Im Spätsommer kündigen die großen, spektakulären Starenschwärme den nahenden Herbst und baldigen Vogelzug an. Er ist uns vertraut aus den Parks und Gärten, wenn er auf Nahrungssuche über den Rasen flitzt oder sich am Kirschbaum gütlich tut. Wo der Star sein Zuhause hat, belustigt er uns mit seinem „schrägen“ Gesang.

 

Lesen Sie mehr über den Vogel des Jahres 2018...


Veranstaltungskalender 2018 erschienen!

Hier finden Sie das Jahresprogramm der NABU-Gruppen des Westerwaldes


Sammelstellen für Handys und Naturkorken

Auf Initiative der NABU-Gruppe Rengsdorf wurden fünf Sammelstellen für Naturkorken eingerichtet, eine davon in der Regionalstelle. Die Korken werden recycelt und als Dämmstoff verwendet, der Erlös fließt in Kranichschutzprojekte.

 

Hier finden Sie die Liste mit den Sammelstellen!


Resolution zum Rückgang der Artenvielfalt - Insekten in hohem Maß betroffen!

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Resolution zum Insektenrückgang BVV_2016
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Der NABU Bad Marienberg und Umgebung hat sich eine neue Satzung gegeben.


Was tun beim Jungvogelfund?

NABU Bad Marienberg informiert:

Foto: NABU/Heinz Strunk
Foto: NABU/Heinz Strunk

Jedes Jahr zur Brutzeit häufen sich beim Naturschutzbund (NABU) Meldungen über scheinbar hilflose Jungvögel. Doch nur vergleichsweise selten benötigen die Tiere tatsächlich Hilfe, erklärt Jonas Krause-Heiber von der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald. „Viele Jungvögel wagen sich in diesen Tagen aus den schützenden, aber mittlerweile eng gewordenen Nestern und Nistkästen, obwohl sie noch nicht flugfähig sind. Damit natürliche Feinde im Ernstfall nicht die ganze Vogelbrut auf einmal entdecken, verteilt sich diese an verschiedene Stellen des Gartens oder Wäldchens. Die Jungvögel stehen durch Bettelrufe in der Regel noch mit ihren Eltern in Verbindung. Sie werden dann weiterhin versorgt und üben das Fliegen“, erklärt Jonas Krause-Heiber. Scheinbar hilflose Tiere sollten zunächst an Ort und Stelle belassen und aus einem Versteck, z. B. hinter einer Fenstergardine, ca. zwei Stunden lang beobachtet werden. Dies ermöglicht den Eltern die ungestörte Kontaktaufnahme. Nur, wenn innerhalb der zwei Stunden kein Elternvogel entdeckt wird oder wenn die Jungtiere offensichtlich verletzt oder nahezu unbefiedert sind, sollte eingegriffen werden. Denn die Chance, dass ein Jungvogel in Freiheit überlebt, ist weit größer als bei einem Aufzuchtversuch, selbst bei fachgerechter Pflege. „Bei akuter Gefahr durch Katzen oder wenn Jungvögel am Rand einer vielbefahrenen Straße sitzen, sollten die Tiere in einen nahegelegenen Busch gesetzt werden. Die Eltern hören die Rufe der Jungen und nehmen diese selbst nach einer Berührung durch den Menschen wieder an, denn der Geruchssinn ist bei Vögeln kaum ausgeprägt. Säugetiere hingegen sollten nicht berührt werden, damit die Elterntiere sie noch als ihre Jungen erkennen“, so Krause-Heiber.

Wer ein offensichtlich verletztes oder verwaistes Tier findet, kann die Kontaktdaten von anerkannten Wildtierpflegestationen zum Beispiel bei den Kreisverwaltungen oder der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald (www.NABU-Rhein-Westerwald.de) erfragen. 


NABU Rhein-Westerwald ruft zur Meldung von

Fledermausquartieren auf

Foto: NABU / Dietmar Nill
Foto: NABU / Dietmar Nill

Die Weibchen unserer heimischen Fledermäuse bekommen je nach Art im Juni meist ein einziges Jungtier, das sie gemeinsam mit anderen Fledermäusen in sogenannten Wochenstuben großziehen. Doch in diesem Jahr bleiben nach Informationen des Naturschutzbund (NABU) Rhein-Westerwald viele der bekannten Fledermausquartiere leer. Auffällig seien gleichzeitig vor allem die aktuell stark zunehmenden Meldungen von erwachsenen Fledermäusen, die geschwächt aufgefunden werden. Der NABU führt dies auf die starken Regenfälle zurück. Diese setzen temporär das Nahrungsangebot für die insektenfressenden Fledermäuse herab und geben den Tieren wenige Möglichkeiten zum Jagen, was zu großen Ausfällen beim Nachwuchs, aber auch bei den adulten Tieren führen kann. Denn direkt nach dem Winter hatten die Tiere kaum Möglichkeiten, ihre Fettreserven wieder aufzufüllen. Wer seinen Garten naturnah gestaltet und beim Einkaufen zu Bioprodukten greift, sorge dafür, dass es in Gärten und auf Äckern wieder mehr Lebens- und Nahrungsraum für Wildtiere wie Fledermäuse gibt, so der NABU. Um weitere Informationen über die aktuelle Situation unserer heimischen Fledermäuse zu erhalten, ruft der NABU Rhein-Westerwald dazu auf, bekannte und neu entdeckte Fledermausquartiere zu melden. Meldungen bitte an: Fledermaus@NABU-RLP.de


Himmelsleiter (Polemonium caeruleum) im Naturschutzgebiet Nisteraue bei Unnau-Korb (Bild: M. Kiehne / NABU Bad Marienberg)
Himmelsleiter (Polemonium caeruleum) im Naturschutzgebiet Nisteraue bei Unnau-Korb (Bild: M. Kiehne / NABU Bad Marienberg)

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

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